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Prof. Hademar Bankhofer

Das Burn-out Syndrom:
So können Naturkräfte helfen

 
Wenn Sie die ersten Anzeichen von Überforderung spüren, dann handeln Sie sofort

 

Sicher kennen Sie in Ihrem Umfeld Mitmenschen, deren Anwesenheit alle anderen rundum nervös macht und Stress verbreitet. Diese Frauen und Männer - meist zwischen 30 und 50 - telefonieren ununterbrochen mit dem Handy, wollen ständig erreichbar sein, haben meist auch unterwegs einen Mini-Computer dabei, um auch ununterbrochen via Email und Homepage Kommunikation betreiben zu können. Sie denken immer nur an die Arbeit und merken gar nicht, dass Sie vergessen haben, zu leben. Sehen Sie: Das genau sind für den Arzt und Psychologen die typischen Anwärter für das Burn-out Syndrom. Irgendwann sind sie körperlich und geistig an einem Punkt angelangt, wo sie nicht mehr weiter können, wo ihre Kräfte versagen. Sie sind seelisch und körperlich krank.

In jüngster Zeit hört man den Namen dieser gesundheitlichen Störung besonders oft: Burn-out Syndrom. Und mancher fragt sich: Was ist das eigentlich genau?

Man muss sich das so vorstellen: Es gibt zwei Formen von Stress, den Eu-Stress und den Dis-Stress.

  • Der Eu-Stress, das ist der gute, positive Stress. Er spornt uns an, macht uns kreativ und ideenreich. Durch ihn können wir viel leisten.
  • Der Dis-Stress hingegen ist gefährlich und negativ. Er ist dann da, wenn wir mit dem, was wir leisten müssen, überfordert sind. Und wenn wir in dieser Situation nicht rechtzeitig die Bremse ziehen, dann endet das eben oft mit dem gefürchteten Burn-out Syndrom.

Wer jetzt denkt, das ist ein modernes Schlagwort und nicht mehr, der irrt gewaltig. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die nachweisen, dass ein Burn-out Syndrom weitaus gefährlicher ist, als man vor ein paar Jahren angenommen hat. Wer nicht rechtzeitig etwas gegen eine Überforderung unternimmt, der verstärkt das Risiko für eine Reihe von massiven gesundheitlichen Störungen.

  • Im Zuge eines Burn-out Syndroms kann es zu Kopfschmerzattacken kommen.
  • Das Immunsystem wird geschwächt, und damit steigt die Infektanfälligkeit.
  • Es können Herz-Kreislauf-Probleme, Verdauungsbeschwerden, Störungen im sexuellen Bereich auftreten.
  • Gerade, was den sexuellen Bereich betrifft, muß betont werden, dass in unserer heutigen Zeit öfter als man denkt, das Burn-out Syndrom schuld an den Potenzproblemen des Mannes und an der Liebesunlust der Frau sein kann. Untersuchungen in den USA haben bewiesen: Kaum hat man das Burn-out Syndrom im Griff, klappt es bei Frau und Mann auch wieder in der Liebe. Wer vom Burn-out Syndrom betroffen ist oder auf dem Weg dorthin ist, der ist meist nicht liebesfähig, hat keine Energie mehr für Zärtlichkeit, Leidenschaft und Harmonie.
  • Auch die Gefahr für Diabetes vom Typ 2 ist sehr groß, vor allem dann, wenn eine familiäre Belastung vorliegt.
  • Ein unbehandeltes oder zu spät behandeltes Burn-out Syndrom kann aber auch Verspannungen, Konzentrationsstörungen, zu Depressionen und Ängsten führen. Ganz abgesehen davon kommt es sehr schnell zu Nervosität und Kreislauf-Störungen.

Daher sollten wir alles tun, um diese Belastung so schnell wie möglich zu verhindern. Dazu sollte man wissen: Wer ist denn nun eigentlich besonders gefährdert, sich ein Burn-out Syndrom einzuhandeln?

  • Besonders gefährdet sind Frauen mit der Doppelbelastung Familie und Beruf, vor allem dann, wenn ihnen die Anerkennung für ihre Leistungen fehlt.
  • Schwer gefährdet sind aber - wie schon eingangs erwähnt - alle Frauen und Männer zwischen 30 und 50 Jahren, die berufstätig sind, unentwegt über Mobil-Telefon und Internet erreichbar sein wollen und ständig mit der Bahn, mit dem Auto oder im Flugzeug unterwegs sind.
  • Gefährdet sind aber auch all jene, die es nie schaffen, nach intensiver Arbeit ausgleichende Entspannung und Ruhe zu suchen.
  • Ebenso groß ist die Gefahr für Frauen und Männer, die einen verantwortungsvollen Beruf haben und privat viele Probleme meistern müssen.
  • Wenig anfällig für das Burn-out Syndrom sind hingegen jene Menschen, die eine harmonische Partnerschaft leben, die eine geregelte Arbeit haben, die  ihnen viel Freude macht und die das Wochenende und den Urlaub voll und ganz zur Entspannung und zum Abschalten nützen.

Das Burn-out Syndrom ist bis heute in der Medizin nicht in allen Ländern der Europäischen Union als Diagnose anerkannt. Dennoch brauchen die Betroffenen ärztliche Hilfe.

Und das sind die typischen Symptome des Leidens: körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, allgemeine Kraftlosigkeit, das Gefühl, nicht verstanden zu werden, reduzierte Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit, in der Folge aber auch Schlafstörungen, Müdigkeit, Atemwegs-Probleme. Die Betroffenen laufen ständig mit einer Erkältung umher, fühlen sich nicht wohl, sind daher mitunter aggressiv oder in sich gekehrt. Eiin typisches Warnsignal sind auch schwache Nerven, oft schon zum Beginn eines Tages. Man hat Angst, daß man die Aufgaben, die auf einen zukommen, nicht bewältigen kann.

Zu Beginn der Erkrankung sind die Betroffenen engagiert, aktiv und ideenreich. Sie arbeiten auffallend viel, halten sich für unentbehrlich. Sie vergessen mehr und mehr auf Freizeit und Erholung, bauen das Gefühl in sich auf, dass sie unentwegt gebraucht werden.

Und dann plötzlich - meist aus heiterem Himmel - kommen die negativen Seiten der Dauerbelastung. Unbehandelt kann das Burn-out Syndrom in Resignation, sozialer Isolation und Depression enden.

Was ist die auslösende Ursache für so eine Entwicklung? Da gibt es verschiedene negative Impulse: unbewältigter Stress, eine ständige Produktion von zu vielen Stresshormonen, fehlende Anerkennung bei Kollegen, Freunden oder Familien-Angehörigen, Mobbing am Arbeitsplatz, negative Erlebnisse im Privatleben, und vor allem ein völlig ungeordnetes Privatleben.

Wie kann man nun die Gefahr für ein Burn-out Syndrom rechtzeitig stoppen oder abbremsen? Wie kann man die Kurve kriegen. Da gibt es einen speziellen Maßnahmen-Katalog:

  • Man muss die vorhandenen, negativen Lebensumstände ändern. Das heißt: Man darf sich künftig nicht mehr überengagieren. Man muss die Isolation meiden und sich zwingen, mit anderen Menschen beisammenzusein, gemeinsam Sport zu treiben oder anderen Freizeitaktivitäten nachgehen.
  • Achten Sie auf ausreichend Schlaf. 7 Stunden sind einfach notwendig. Manche Frauen brauchen 8 Stunden. Grundsätzlich sagt man, dass Frauen eine Stunde mehr Schlaf als Männer benötigen.
  • Lernen Sie "Nein" sagen. Machen Sie nicht alles selbst. Delegieren Sie. Und gönnen Sie sich Kreativ-Pausen inmitten der Arbeit. Genießen Sie die Freizeit.
  • Ziehen Sie strenge Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit. Stellen Sie zeitweise das Mobil-Telefon ab und schauen Sie einmal einen Tag lang nicht ins Internet.
  • Haben Sie den Mut: Schreiben Sie in Ihren Terminkalender an einem bestimmten Tag: "Von 16 bis 18 Uhr: Faulenzen". Und bitte, tun Sie das dann auch und belasten Sie sich nicht zusätzlich mit irgendeinem Freizeit-Stress.
  • Lernen Sie Entspannungs-Techniken: Autogenes Training, Yoga, Thai Chi, Qi-Gong, Meditation.
  • Suchen Sie zeitweise die Stille: Gehen Sie allein im Wald spazieren. Setzen Sie sich inmitten der Großstadt in eine Kirche. Sie werden spüren, wie gut das dem Körper, dem Geist und der Seele tut.
  • Ernähren Sie sich gesund: nicht zu viel, nicht zu fett, nicht zu süß und trinken Sie täglich 1 bis 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee.
  • Bauen Sie täglich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan ein. Wenn Sie plötzlich bei der Arbeit Hunger verspüren, dann greifen Sie nicht zu Keksen, sondern zu einem Apfel oder einer Banane.

Was aber tun, wenn bereits deutliche Anzeichen eines Burn-out Syndrom vorhanden sind? Dann sollte man in einem Wellness-Hotel unter ärztlicher Kontrolle Entspannungs-Therapien erlernen und durchführen. Und man sollte aus der Naturmedizin Kräfte nützen, welche Ängste und depressive Stimmungen nehmen und die Entspannung fördern: dazu gehören Johanniskraut-Tee, Lavendelblüten-Tee und Lecithin, am besten als Lecithin-Granulat aus der Sojabohne, zum Frühstück 2 Eßlöffel ins Joghurt eingerührt. Trinken Sie Hibiskus-Blüten-Tee oder Melissen-Tee.

Ein sehr wirkungsvolles Rezept gegen das Burn out Syndrom: Öffnen Sie ein Fläschchen mit ätherischem Blutorangen-Öl und schnuppern Sie daran. Und damit Sie nicht zuviel davon einatmen, geben Sie besser ein paar Tropfen in ein Taschentuch und riechen daran.

Weitere Rezepte gegen Burn-out und viele andere Gesundheits-Probleme finden Sie im neuen Bankhofer-Buch "Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen", erschienen im Südwest Verlag, München (400 Seiten, reich bebildert, € 15,-)